CHAVERIM - Freundschaft mit Israel e.V.

Literatur - Satire



Georg Keisler

Georg Kreisler für Boshafte"


Heike Linde-Lembke

"Mich liest man nicht. Jeder liest nur seine Welt, mich nicht", sagte der Kabarettist Georg Kreisler in "Alles hat kein Ende" (Arco-Verlag). Dieser Gedanke Georg Kreislers steht in seinem neusten Buch "Georg Kreisler für Boshafte", jetzt erschienen im Isel-Taschen-Verlag (96 Seiten, sechs Euro). Es ist ein Büchlein, ein Geschenk- und Selbst-Behalten-Büchlein. Georg Kreisler war Musiker, Komponist, Kabarettist, Satiriker, Schriftsteller, ein Meister der Sprache und der literarischen Bosheiten. Sie versammelt dieser kleine Band, der durch die vielen Gedanken, Sprüche, Notizen, Zitate zur idealen Stau-Lektüre wird. Die Schadenfreude, die viele dieser Apercus auslösen, entspannen ungemein, und die Erkenntnisse, das Selbst-Ertappen verleitet zum Lächeln. Da wird der Stau gleich noch einmal so schön! Auch als Gute-Nacht-Lektüre ist das Bändchen zu empfehlen. Nicht das es zum Einschlafen verleitet. Aber zum Schmunzeln, zum Grinsen, zum Schadefreude-Haben, zur amüsanten Selbsterkenntnis. Und damit sind schlechte Träume schon vertrieben.

Aufgeteilt ist „Georg Kreisler für Boshafte“ in die Kapitel "Sogenannte Lebensweisheiten", "Was ist Kunst", "Was man glaubt, das hofft man", "Wien bleibt Wien", "Wer ein Jud ist, bestimme ich", "Die Politiker", "Letztlich - der Tod". Jedes Zitat aus Kreislers anderen Werken verweist auf die Ursprungstexte, und so wird das Büchlein auch zum fixen Nachschlagwerk Kreislerianer Werke.

Kreisler wurde am 18. Juli 1922 in Wien geboren. 1938 floh er mit seinen Eltern vor dem Rassenwahn des NS-Regimes in die USA. 1955 kehrte er nach Österreich zurück, der Sprache zuliebe. Er lebte in Wien, München, Berlin, Basel und zuletzt in Salzburg. Sein berühmtestes Kabarett-Stück ist das rabenschwarzfröhliche "Gehn mer Tauben vergiften im Park".

Am 22. November 2011 starb Kreisler, den ich persönlich kennenlernen durfte, in Salzburg.